Martinigansl: Wieso eigentlich?

So gegen Ende der Ernte findest du in Österreich überall in Restaurants und Heurigen das Martinigansl ausgeschrieben. Und es ist kein Fake für Touristen, sondern eine lange Tradition bei vielen Familien. Aber woher kommt diese Feier eigentlich? Und was solltest du mit deiner Gans trinken?

Die Tradition

Mir wurde die Geschichte schon in der Volksschule erzählt, da das Martinsfest gerade unter jüngeren Kindern ein Erlebnis ist. Sie fangen schon Wochen vorher mit der Konstruktion und Bemalung ihrer Papierlaternen, und lernen dabei auch die passenden Lieder (Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Steeeeerne!”). Es sind spannungsvolle Tage, wo viel aus dem Fenster geschaut wird, um das Wetter zu beobachten, denn stürmischer Wind oder sogar Regen oder Schnee wären eine Katastrophe!
Der Laternenumzug ist total nett, findet am Abend draussen statt, und ist auch heute noch sehr beliebt. In meiner Zeit haben wir Kerzen in die Laternen gesetzt, die auch immer wieder ausgingen, sehr aufregend, viele Laternen brannten dann auch ab. Mit meinen Söhnen habe ich aber die Umstellung auf LED Laternen miterlebt, ist sicherer, aber auch sehr langweilig.

Das St. Martinsfest ist aber mehr als nur Kinder mit Laternen. Es ist eine Lehrgeschichte der Katholiken (war ja klar). Hier meine Version.

Die Geschichte

Martin von Tours wurde im 4. Jahrhundert im heutigen Ungarn geboren. Gegen den Willen seiner Eltern wandte er sich schon als Kind dem ganz ganz neu, erst 313, legalisiertem Christentum zu. Er folgte seinem Vater in die Kavallerie der Römischen Armee. Die Geschichte erzählt, der junge Martin sei an einem bitterkalten Tag zu den Toren der Stadt Amiens geritten, als ihm ein nackter Bettler über den Weg kam. Martin hatte sonst nichts bei sich, und entschloss sich kurzerhand, seinen Umhang mit dem Schwert in zwei Hälften zu teilen, und eine Hälfte dem Bettler zu schenken.

Er war also ein guter Mann, der Martin, und wurde später Mönch und hat viele Wunder für die katholische Kirche vollbracht. Er konvertierte viele Menschen, auch seine eigene Mutter, und hatte eine begeisterte Anhängerschaft. Die Tatsache, dass Martin ein ruhiges Leben wollte, interessierte sie aber nicht, und sie tricksten ihn aus, um in nach Tours zu locken. Er sollte doch Bischof werden! Martin will aber nicht Bischof werden, und versteckt sich unter den Gänsen. Diese brüllen aber lauthals, Martin wird entdeckt, und widerwillig zum Bischof gemacht. Er lebte noch ein sehr langes Leben, verstarb am 11. November 397, und zur Feier (und Revanche) essen wir Gans.

Der Leichnam des Bischofs wurde mit einer Fähre in Begleitung vieler Kerzen und Lichter nach Tours gebracht, daher also der Laternenumzug!

Das Essen

Es gibt in Europa allerhand Rituale um dem Tag, zum Beispiel durfte erst am 11. November der neue Jahrgang des Weins verkostet werden. Der Brauch wird in Österreich vor allem um den Neusiedlersee und überhaupt im Nordburgenland gefeiert, es nennt nich “Martiniloben”. Zusätzlich ist es auch der Anfang der Adventhzeit, da ist Fasten angesagt, also schnell noch die fette Gans und die Semmelknödel rein, denn dann kommt der karge Winter!

Aber die große Frage: Was trinkt sich denn am Besten mit einem Martinigansl? Wir haben drei Vorschläge, zur Feier alle aus dem Nordburgenland!

Leichte Feder

Hell und leicht passt der Zweigelt “Casual” vom Michael Opitz wunderbar zu Gans & Co. Die roten Beeren machen der fettigen Gans nur Komplimente, und bringen ein wenig Säure in das ganze Unterfangen.

Deftige Note

Der Cuvee Heideboden 2014 von Erich Sattler ist üppig und köstlich, wobei du hier dieselben Noten von dunklen Kirschen und warmen Gewürzen wie im Rotkraut findest. Das unterstützt das Martinigansl.

Mal was anderes?

Zur warmen Martinigans, dem würzigen Rotkraut und den deftigen Semmelknödeln passt vorzüglich etwas mit viel Säure, und wir empfehlen hier einen Leithaberg DAC Grüner Veltliner 2014 vom Weingut Sommer! Säure und Zitrusnoten wirken wie Fairy Ultra und helfen dir noch dazu, nicht gleich nach dem Essen einzuschlafen!

So, ich geh jetzt Reservierung machen, das hier hat mich hungrig gemacht!

Prost und liebe Grüsse!
Sarah

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